Diskussion über Parteien mit Zukunft

Netzschau

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Die Diskussion um die Zukunft der Volkspartei beschäftigt neben diesem Blog auch andere Online-Angebote. In der Rubrik „Netzschau“ wollen wir regelmäßig wichtige Beiträge kurz vorstellen und zur begleitenden Lektüre empfehlen. Dieses Mal u.a. dabei: die FAZ, die Welt und das Hamburger Abendblatt.

Mit dem Thema Zukunftsfähigkeit der Volksparteien setzen sich zwei prominente Autoren auseinander. Für Annette Schavan steht fest: „Wer sich treu bleiben will, muss sich verändern.“ In der Welt definiert sie Politikfähigkeit, als das Finden von „Antworten auf krisenhafte Prozesse unter Rückgriff auf das eigene Wertefundament“.

Norbert Blüm sieht „in der Bewahrung des Menschen, jedenfalls dessen, was sein Wesen ausmacht“, die eigentliche Mutprobe der Politik – und nicht in der Veränderung der Gesellschaft.

Ein anderes Thema, das in der vergangenen Woche im Mittelpunkt der Diskussion stand, ist das Abstimmungsverhalten der Erst- und Jungwähler. Christian Helten konstatiert für das jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung, dass in dieser Gruppe „so etwas wie eine Volkspartei nicht mehr zu existieren“ scheint.

Mit den Gründen beschäftigt sich Michael Spreng. Die etablierten Parteien würden einen großen Teil einer Generation nicht mehr erreichen, weil sie in den Augen vieler junger Wähler „unmodern, unglaubwürdig und verbraucht“ seien.

Wie dem möglicherweise zu begegnen ist, fasst Ulrich Gaßdorf im Hamburger Abendblatt zusammen (ganz zu lesen leider nur im Bezahl-Archiv). Er zitiert dabei Marcus Weinberg. Für den CDU-Landesvorsitzenden „müssen Anreize über Diskussionen und Beteiligung geschaffen werden, um eben wieder mehr Menschen für den Eintritt in die CDU zu gewinnen.” Im selben Beitrag äußert sich Professor Michael Greven von der Universität Hamburg. Für ihn ist „die oligarchisch geführte Partei nicht mehr zeitgemäß.“

Im Sichtbarkeitsreport, einer Studie des Lehrstuhls für Politische Soziologie der Universität Bamberg in Zusammenarbeit mit  der Beratungsfirma Neolox und der Search Analytics Software Firma Searchmetrics, wurden die Webseiten der Parteien im Bund, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen untersucht. Ergebnis: Derzeit verschenken die meisten Parteien im Internet die Möglichkeit, nicht gebundene Wähler anzusprechen und sich so neue Wählerschichten zu erschließen. Insbesondere wird bemängelt, dass wer nach tagesaktuellen oder allgemein politischen Begriffen sucht, nur mit Glück auf die Webseiten der Bundesparteien gelangt, da diese nur vereinzelt und unsystematisch in den Ergebnislisten auftauchen.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für den freundlichen Hinweis auf unseren Sichtbarkeitsreport! Eine Anmerkung dazu: die Studie wurde nicht nur vom Lehrstuhls für Politische Soziologie der Universität Bamberg durchgeführt, sondern in Zusammenarbeit uns als Agentur und der Search Analytics Software Firma Searchmetrics.

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