Diskussion über Parteien mit Zukunft

Wahrnehmung von Politik: Web.de statt Spiegel Online

| Keine Kommentare

In einer qualitativen Studie hat die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Hilfe von Gruppendiskussionen die Menschen zu ihrer Wahrnehmung von Politik befragt[1]. Dabei stellte sich heraus, dass Politik insgesamt immer noch am häufigsten durch das klassische Medium Fernsehen wahrgenommen wird: „Also hauptsächlich im Fernsehen, da kommt ja das meiste. Wie Bundestag live oder Tagesschau, Tagesthemen. Da kommen Politsendungen wie Günther Jauch“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Besonders Nachrichtensendungen werden zur Informationssuche herangezogen: „Nachrichten? – Richtig. Das ist das, wo man die Politik letztendlich tagtäglich mitbekommt. Wenn darüber berichtet wird, was gerade wieder abgeht“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ältere Menschen beziehen sich dabei verstärkt auf die öffentlich-rechtlichen Sender, während jüngere gleichberechtigt öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender als Informationsquellen einbeziehen. Politische Talkshows werden ebenfalls konsumiert, wenn auch deutlich seltener als Nachrichtensendungen. 

Zeitungen spielen eine nachgeordnete Rolle bei der Suche nach politischen Informationen da sie eher sporadisch gelesen werden: „Stuttgarter Zeitung, das was ich gerade Lust habe. […] Ich kauf einzeln. Oder lass mal wieder ein paar Wochen abonnieren, aber nicht auf Dauer“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Ein regelmäßiges Abonnement besitzen eher die älteren Befragten. Zugleich werden vor allem regionale Tageszeitungen konsumiert: „Ja, so die Hannoversche Allgemeine“; „Ich les die Thüringer Allgemeine“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Schon bei der Zeitungslektüre findet sich der Trend, dass Jüngere sich zunehmend online über Politik informieren: „Ich lese gar keine Zeitung mehr, schon seit Jahren nicht mehr. Also wenn, dann wirklich als … teilweise schon als Zeitungsberichte dann im Internet“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Für die Informationssuche im Internet spricht aus Sicht der Diskussionsteilnehmer vor allem die Aktualität des Internets sowie die Verfügbarkeit während der Arbeitszeiten: „Im Internet stehen ja die Nachrichten für morgen heute schon drin“;

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

„Ehrlich gesagt auf der Arbeit. So beim ersten Kaffee gucke ich mir erst mal die Nachrichten an“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Im Internet werden häufig, aber eher unregelmäßig die Websites von klassischen Medien wie Zeitungen und Fernsehsendern angesteuert: „Ich lese auch die HAZ online, jetzt auch nicht unbedingt regelmäßig. Sondern eher, wenn sich so die Zeit ergibt“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Bei der Suche nach Informationen über Politik spielen die Websites der Zeitungen jedoch nicht die wichtigste Rolle. Die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer gibt an, sich stattdessen über die Startseite ihres Email-Providers zu informieren: „Ich bin so im Webclub, wenn man diese Seite aufruft, da sind ja überall schon so Schlagzeilen […] von web.de“;

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

„Ja, doch. Ich habe einen T-Online-Zugang, so einen Browser, und wenn man den öffnet, kommt erst mal sowieso Schlagzeilen, die untereinander geschrieben werden. Kann man sich, wenn man ein bisschen Zeit hat, ist meistens nach dem Dienst, noch mal vertiefen und verlesen, sage ich mal. In dem Fall dort gibt es im Prinzip bei T-Online dazu immer noch so Meinungen, die herein gestellt werden können“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Politik wird gerade von jüngeren Menschen weniger gezielt und stärker nebenbei auf dem Weg zum Abrufen der Emails wahrgenommen: „Ich prüfe sowieso täglich meine E-Mails, und da das meistens über MSN läuft und nur das dann aufploppt, was meistens die Nachrichten, das aktuelle Geschehen ist. Dann gibt es hauptsächlich schon Themen, wo ich sage okay, da möchte ich jetzt nochmal näher schauen und meistens nehme ich mir dann auch die Zeit, schon so eine dreiviertel bis eine Stunde nochmal nachzuschauen, zu recherchieren, wenn es jetzt Themen sind, die mich in dem Moment auch wirklich gleich so ansprechen“.[2]

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Dagegen ist Facebook als Internetangebot eine nachrangige Informationsquelle für Politik. Die Jüngeren nutzen zwar Facebook stärker als die Älteren, jedoch überwiegend nicht zur Gewinnung von politischen Informationen. Das soziale Netzwerk wird sogar häufig als unpassend für politische Informationen angesehen, da es dem Austausch von persönlichen Befindlichkeiten diene und für Politikthemen zu oberflächlich und humoristisch sei: „Ich nutze Facebook jetzt sicherlich nicht so ausgiebig wie wahrscheinlich viele andere, aber für Politik in dem Sinne eher weniger. Das sind wirklich mit Freunden Kontakt halten, sich über gewisse Dinge austauschen und da ist jetzt nicht so oft das Thema Politik Thema“;

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

„Also bei Facebook diskutieren wenige die EU-Finanzkrise und geben Kommentare ab, ob Griechenland jetzt aussteigen sollte oder drinbleiben sollte. Das spielt kaum eine Rolle. Meistens sind es teilweise satirische Kommentare, wenn überhaupt, von anderen, die man dann mitbekommt“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Nur vereinzelt berichten jüngere Diskussionsteilnehmer über politische Diskussionen in Facebook: „Ja, in Facebook bin ich aktiv, wenn Freunde mal einen politischen Artikel teilen, dann kriegt man es mit. Ich habe aber bewusst jetzt nicht Seiten von Politikern abonniert sozusagen, damit das immer im Feed auftaucht, weil ich verfolge da so eher die Pull-Strategie. Also wenn ich Informationen haben will, dann hole ich sie mir“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Selbst hier ist die politische Aktivität bei Facebook aber begrenzt.

Noch ernüchternder fällt die politische Information über den persönlichen Austausch mit anderen Menschen aus. Für den Großteil der Befragten ist Politik in der persönlichen Kommunikation nicht bedeutsam. Lediglich einzelne Befragte geben an, sich innerhalb der Familie oder mit Kollegen über Politik auszutauschen: „Es ist ziemlich breit gefächert und ich muss auch sagen, dass mein Sohn politisch sehr interessiert ist. Das heißt, wir tauschen uns da auch aus, also wenn ich irgendwas aus den Nachrichten oder Reportagen habe, dann hat mein Sohn vielleicht ein paar Informationen aus dem Internet und erzählt mir dann, gerade die Highlights oder was gerade gemeldet worden ist“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Alles in allem wird Politik eher nebenher wahrgenommen. Abgesehen vom Fernsehen verlieren die klassischen Medien, vor allem die Printmedien – besonders bei den Jüngeren – an Bedeutung. Stattdessen wenden sich die Jüngeren dem Internet zu, um Informationen über Politik zu sammeln. Dabei wird allerdings weniger auf Spiegel Online oder andere Online-Angebote der Zeitungen zurückgegriffen. Stattdessen wird die Informationsaufnahme überwiegend mit dem Abrufen der Emails verbunden, indem die Startseiten von web.de, gmx und Co. mit ihren mal mehr, mal weniger politischen Schlagzeilen als Informationsquelle herangezogen werden.

Sabine Pokorny


[1] Im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung führte Mauss Research zwischen Ende November und Mitte Dezember 2012 16 Gruppendiskussionen in 8 Städten durch. Insgesamt nahmen 128 Personen an den Gruppendiskussionen teil. Die Daten sind nicht repräsentativ im statistischen Sinn.

[2] Mit diesem Phänomen beschäftigt sich ebenfalls eine quantitative Langzeitstudie; s. Martin Emmer, Gerhard Vowe, Jens Wolling, 2011, Bürger online. Die Entwicklung der politischen Online-Kommunikation in Deutschland, Konstanz.

Wir laden herzlich ein, die Beiträge zu kommentieren. Es sei darauf hingewiesen, dass wir uns eine moderierte Kommentarfunktion vorbehalten. Wir sind neugierig auf Ihre Reaktionen und auf eine offene Diskussion mit Ihnen!

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*