Diskussion über Parteien mit Zukunft

“Die kennen unsere Probleme nicht”

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“Die kennen unsere Probleme nicht.” Das war die häufigste Antwort auf die Frage nach der Bürgernähe von Politikern. Wie kann dem entgegengewirkt werden? Wir hörten uns in Berlin nach Lösungsvorschlägen um.

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3 Kommentare

  1. In Spanien haben 96 Prozent der Bevölkerung das Vetrauen in die Politik verloren. In Deutschland sind wir mit dem BER und anderen Projekten auf dem besten Weg diese Zahl noch zu toppen. Diesen Trend kann leider eine angenehm nüchterne und niemals die Bodenhaftung verlierende Kanzlerin alleine nicht auffangen. Deutschlands Politiker sollten sich verabschieden von Statements, die rein gegen die Opposition zielen. Der Wähler will mehr denn je Inhalte und Antworten und keinen Zank oder Polemik (und übrigens auch keinen Hausbesuch mit Eierlikörtrinken). Was mich wundert, dass noch keiner ernsthaft versucht hat, die Jobauffassung der Kanzlerin zu inhalieren und zum Vorbild zu nehmen. Die Beliebtheitswerte sprechen doch für sich. Vielleicht weist Angela Merkel uns den Weg in eine neue, eine bessere Zukunft der Volkspartei, bei der wieder Inahlte und Argumente zählen und nicht Verkaufe, Geschrei und Talkshowauftritte.

  2. Auch schon mal darüber nachgedacht, dass es ganz anders sein könnte? Liest und hört man die bösen Tiraden, kann der Unbedarfte nur vermuten, dass die Politiker die denkbar mieseste Charakterauswahl darstellen. Das ist unverantwortlicher Unsinn. Politiker sind charakterlich keinen Deut besser oder schlechter als der Durchschnitt der Bevölkerung. Fangen wir doch einmal bei der kleinsten Einheit an. Wer will denn noch für den Gemeinderat kandidieren? Dafür bin ich mir zu schade! Auch die dortigen fachlichen Qualitäten leiden aus den gleichen Gründen. Ob aber der so beleidigende Wähler bereit wäre, für alles Geld der Welt im Bund, Land oder Ort die gleichen zeitlichen und familiären Belastungen auf sich zu nehmen, dass bezweifle ich.

    Was ist denn nun Sache? Sachlich gesehen, haben wir uns von den früher üblichen nationalen oder regionalen Problemfeldern weit entfernt. Jetzt gelten andere globale Größenordnungen, die nicht mehr so leicht oder überhaupt nicht mehr zu durchdringen sind. Auch Unvermögen und Desinteresse führt letztlich zur Verdrossenheit. Da hilft auch nicht mehr der Ruf nach dem intellektuellen Übervater, der weise und allseits fähig schon die richtigen Entscheidungen treffen wird. Nicht die Politiker (zumindest die Mehrzahl) haben sich von den Bürgern entfernt. Entfernt hat sich die Verständnisfähigkeit der Bürger für die auf sie prasselnden globalen Probleme. Und das nicht deshalb, weil alle dümmer geworden sind, sondern allein deshalb, weil selbst häufig alle Fachleute keinen blassen Schimmer mehr dafür haben, wie denn die auf uns zurollenden Probleme gelöst werden können. Die Komplexität aller Zusammenhänge ist übermächtig geworden. Das ist das Problem.

  3. “Die kennen unsere Probleme nicht” Das kann kein Vorwurf an das politische Establishment sein. Voltaire erkannt schon sehr früh, dass der Mensch zum Handeln verdammt ist. Nun scheinen die Massen handlungsunfähig geworden zu sein. Diese Handlungsunfähigkeit resultiert aus einer kognitiven Verzerrung , welche das neue “Imperium Panternale”, also der Versorgungsstaat, im Rucksack trägt: “So lange ich versorgt werde, solange verharre ich in der Starre der Untätigkeit”. Das “Die” unsere Problem nicht kennen, ist schlicht gesagt das Ergebnis der bürgerlichen Ferne zur Politik und nicht umgekehrt. Unsere Demokratie erwatet, ja fordert, die kritische Auseinandersetzung im politischen Operationsraum. Uns wird weder eine Bundeskanzlerin- welche verständlicherweise nach der “zebelischen Vetospielertheorie” an Ihrem völlig legalen Machterhalt interessiert ist- noch andere politische Größen aus dem Tal der Untätigkeit ziehen! Nur wir selbst können handeln und unsere Volksvertreter mit Engagement unterstützen. Wer nun glaubt, dass die “Politfürsten” unser Feedback gar nicht wünschen, der irrt gewaltig. Als gestandener CSUler und Paneuropäer kann ich nur meine Erinnerungen als überzeugendes Indiz für eine “bürgerliche Bringschuld” anbieten: Eine gewisse Ilse Aigner besuchte Anfang 1994 unseren CSU Kreisverband in Bad Tölz. Sie warb um aktive Mitarbeit und suchte die Nähe zur politischen Basis. Bis zum heutigen Tag hat Sie Ihren Kurs beibehalten, ist authentisch und eine echte Frau aus dem Volk geblieben. Sie ist sicherlich “der” positive “Archetyp” des politischen Würdenträgers, aber doch ein Beweis für die Kraft des Positiven in der politischen Gesamtschau. Das Problem liegt also nicht “oben”- es liegt tatsächlich “unten”. Natürlich gibt es schwarze Schafe im Revier der Mächtigen. Hierzu nur eine kurze Einlassung: Warum seid Ihr nicht selbst aktiv und verdrängt die “unliebsamen” Kandidaten? Ich fordere drei Dinge:
    Erstens: Zurück zur Selbstverantwortung
    Zweitens: Dem “Versorgungssozialismus” kein Chance; schon die SED- Schergen und die Nazis versuchten so die Menschen mundtot zu machen.
    Drittens: Aktiv mitmachen (die CSU Homepage gleich ansehen)

    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Andreas Otti

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