Diskussion über Parteien mit Zukunft

Frau mit Sparschwein

Ängste und Sorgen: Das liebe Geld

| Keine Kommentare

In einer qualitativen Studie hat die Konrad-Adenauer-Stiftung mit Hilfe von Gruppendiskussionen die Menschen unter anderem zu ihren Ängsten und Sorgen befragt[1]. Die meisten Befragten äußern Ängste und Sorgen aus der Ich-Perspektive heraus. Auch gesamtgesellschaftliche Probleme werden überwiegend aus der eigenen Perspektive betrachtet. Im Fokus stehen bei fast allen Problemen die Konsequenzen für die persönliche Situation: „Also ganz persönlich wird natürlich bei mir wegen meiner 20 Monate alten Tochter die Schulpolitik dann demnächst irgendwann mal in den Fokus rücken, wie es jetzt zurzeit ein bisschen die Familienpolitik ist“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Insgesamt werden viele verschiedene Sorgen angesprochen. Eines ist jedoch den meisten gemeinsam: Es geht fast immer „ums liebe Geld“.

Am häufigsten wird die Sorge um die langfristige Stabilität der Sozialsysteme angesprochen. Dabei werden sowohl das Gesundheitssystem als auch das Rentensystem thematisiert. Vielfach treibt die Menschen die Angst um die Rente um: „Die Rentenentwicklung, wie wird das mal später aussehen? Diese Hochrechnungen. Wenn dieses nicht funktioniert oder sich von dort her nichts verändert, habe ich auch immer ein Problem, dass ich zu viele ältere Leute habe und zu wenig jüngere, die nachwachsende Generation bleibt aus.“;

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

„Ich glaube fest daran, dass ich keine Rente mehr bekomme“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Daraus ergibt sich auch eine weit verbreitete Angst vor Altersarmut: „Wenn ich wirklich später einmal in Rente gehe. Es ist noch viele Jahre hin – keine Frage. Aber weiß ich quasi jetzt schon – mit Mitte 30 sozusagen – dass ich von dem Geld, was ich dann später einmal – obwohl ich recht gut verdiene eigentlich – aber trotz dessen werde ich wahrscheinlich von dem Geld was ich später einmal bekomme – vom Staat – alleine nicht leben können. Und darüber mache ich mir jetzt schon Gedanken“;

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

„Ja sicher, wenn ich mir Sorgen um die Renten mache, mache ich mir natürlich Sorgen um meine eigene auch, klar. Wo bleibe ich im Alter? Ich verdiene jetzt schon nicht viel Geld, kann also nicht viel einzahlen in die Rentenkasse, was bleibt mir da noch übrig, wenn ich alt bin? Na klar mache ich mir da Sorgen“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Generell überwiegen finanzielle Ängste und Sorgen. Neben der Angst vor Altersarmut äußern manche Diskussionsteilnehmer Sorgen über steigende Lebenshaltungskosten: „Und zwar alles, also, was jetzt, wie gesagt, der Lebensbereich ist. Ob das jetzt Mieten, Strom, Gas, keine Ahnung, was die Kommunalen… Die erheben alle ihre Preise. Ja, sämtliche Gebühren gehen hoch, aber im gleichen Maße steigen eigentlich die Löhne nicht mit“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Daneben fürchten viele Befragte die Schuldenkrise in Europa. Dabei wird die Gefahr gesehen, dass der Rettungsschirm nicht ausreicht und Deutschland zum „Zahlmeister“ wird: „Hallo? Die Staatsschulden, es häuft sich hier alles immer mehr. Kümmert euch mal lieber ums eigene Land, als der ganzen Welt Geld zu versprechen“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Zum Teil ist die Diskussion, wenn es um die Schuldenkrise geht, von Populismus gefärbt: „[…] diese Griechenland-Sache, was ich vorhin schon mal sagte. Weil die gehen irgendwann mit 57 oder 58 in Rente und wir unterstützen so ein Land und schmeißen dort Geld rein, letztendlich was von uns wieder abgezogen wird. Wir arbeiten aber bis 67. Da frage ich mich…“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Teilweise fällt es den Diskutanten schwer, konkrete Aussagen zum Thema zu machen. Stattdessen formulieren sie Fragen: „Warum ist Deutschland der Staat, der immer am meisten an andere Länder zahlt?“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Gleichzeitig gibt es aber auch Diskussionsteilnehmer, die zwischen Schuldenkrise und Eurokrise differenzieren. Dennoch sorgen sie sich, dass die Schuldenkrise zu einem Domino-Effekt werden könnte: „Das Problem bei der ganzen Schuldenkrise, wir haben ja keine Eurokrise, dem Euro geht es ja gut. Das Problem bei der ganzen Schuldenkrise ist, wenn das mit Griechenland vorüber ist, egal, wie es ausgeht, ob die jetzt drin oder draußen bleiben, wer kommt denn dann als nächstes? Dann kommen die Portugiesen, dann kommen die Spanier, dann kommen die Niederländer, das ist ein Fass ohne Boden“.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Daneben gibt es eine diffuse Unsicherheit, die sich in vielen Einzelnennungen äußert. Vereinzelt werden Sorgen über eine soziale Spaltung, über eine mögliche Arbeitslosigkeit oder über die Bildungspolitik genannt. Hier zeigt sich aber kein durchgängiges Muster.

Unabhängig davon, ob es um die Rente oder die Schuldenkrise geht, im Vordergrund steht die Sorge um das liebe Geld.

Sabine Pokorny


[1] Im Auftrag der Konrad-Adenauer-Stiftung führte Mauss Research zwischen Ende November und Mitte Dezember 2012 16 Gruppendiskussionen in 8 Städten durch. Insgesamt nahmen 128 Personen an den Gruppendiskussionen teil. Die Daten sind nicht repräsentativ im statistischen Sinn.

Wir laden herzlich ein, die Beiträge zu kommentieren. Es sei darauf hingewiesen, dass wir uns eine moderierte Kommentarfunktion vorbehalten. Wir sind neugierig auf Ihre Reaktionen und auf eine offene Diskussion mit Ihnen!

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*