Diskussion über Parteien mit Zukunft

Philipp Mißfelder MdB: „Darum bin ich Mitglied einer Volkspartei“

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Zu einer Zeit, in der der Anteil parteipolitisch engagierter Menschen in unserem Land gerade noch einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung ausmacht, kommt der Frage nach den Beweggründen für eine Parteimitgliedschaft neues Gewicht zu. Der politisch engagierte Bürger, so scheint es, gehört einer gefährlich schrumpfenden Minderheit an. Wer sich einer Partei zugeselle, der lege seinen Geistesaugen Scheuklappen an, sagte einst der österreichische Dichter Otto von Leixner. Anders gefragt: Verstellt derjenige, der sich mit einer Parteimitgliedschaft festlegt, die Sicht über den politischen Tellerrand? Blicke ich auf meinen eigenen Impetus zurück, über die tägliche Zeitungslektüre hinaus politisch aktiv zu werden, verhielt es sich im Grunde eher umgekehrt. Das genaue Gegenteil, nämlich der Weitblick der Staatsmänner, die die Geschicke Deutschlands zu meiner Jugendzeit lenkten, war es, der mich vor über sechzehn Jahren zum Eintritt in die CDU bewegte. Es war der Mut von Partei und Regierung um Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, scheinbar Unmögliches zu wagen, um die deutsche Teilung nach über vierzig Jahren zu überwinden, der mich von der friedlichen Kraft der Politik überzeugte. Allen voran weckte die Strahlkraft das, was geschichtlich möglich geworden ist, auch kraftvoll umzusetzen meine Begeisterung für ein aktives Engagement in der großen Volkspartei CDU. Neben dem parlamentarischen Alltagsbetrieb – durch solides Handwerk gemeistert – ist es diese Verwirklichung großer Ziele, die den Reiz des Politischen in der Demokratie ausmachen. Ein einiges und friedliches Europa und ein vereinigtes Deutschland waren lange Zeit Visionen, die heute Wirklichkeit sind. Eindrucksvoller lässt sich die Gestaltungskraft von Politik nicht zeigen.

Die Integration Europas ist seitdem weit vorangeschritten, Deutschland seit mehr als zwanzig Jahren ein ungeteiltes Land ohne innerstaatliche Grenzen. Doch auch wenn wir in der EU und in unserem eigenen Land weiter zusammengerückt sind – die Aufgaben für die Politik sind nicht kleiner geworden. Die Volkspartei CDU hat ihre Leitlinien bewahrt und steht seit über 60 Jahren für dieselben Werte, zu denen vor allem das christliche Menschenbild und die Wahrung von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität zählen. Universelle und unerschütterliche Werte, deren allgemeingültige Anerkennung über Konfessions- und Einkommensgrenzen hinweg den Leitgedanken einer Volkspartei erst ausmachen.

Seit meinem Eintritt in die CDU vor über sechzehn Jahren hat sich innerhalb der deutschen Politiklandschaft viel gewandelt. Themen und Köpfe haben sich abgewechselt, neue Parteien sind entstanden. Die CDU ist Volkspartei geblieben und hat sich ihre Werte und Visionen erhalten. Ich sehe daher voller Zuversicht den nächsten sechzehn Jahren als aktives Parteimitglied entgegen.

Philipp Mißfelder, MdB, ist Bundesvorsitzender der Jungen Union und außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Er gehört seit 2008 dem Präsidium der CDU Deutschlands an.

2 Kommentare

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  2. *gerade noch einen Bruchteil der Gesamtbevölkerung ausmacht war schon immer so, auch zwei Millionen waren ein Bruchteil
    *Der politisch engagierte Bürger, so scheint es, gehört einer gefährlich schrumpfenden Minderheit an. nein, man kann sich auch außerhalb einer Volkspartei oder Partei politisch engagieren
    *Ein einiges und friedliches Europa durch Kohl ohne gegeneinander aufwiegen zu wollen: aber die Bundeskanzlerin hat sich durch ihr Krisenmanagement mindestens in gleicher Weise dafür eingesetzt
    *Die Volkspartei CDU hat ihre Leitlinien bewahrt und steht seit über 60 Jahren für dieselben Werte geht es nicht gerade darum, dass hier in Zukunft zwingend Änderungen erfolgen müssen?????

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