Diskussion über Parteien mit Zukunft

Kai Wegner: „Darum bin ich Mitglied einer Volkspartei…“

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Die Volkspartei CDU hat es in ihrer mehr als sechzigjährigen Geschichte verstanden, ein breites Spektrum an Mitgliedern und Wählern anzusprechen und an sich zu binden. Zu nennen sind unter anderem Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Alte und Junge, Männer und Frauen, Bewohner von Stadt und Land, kirchlich Gebundene und Konfessionslose. Es zählt in diesem Zusammenhang zur politischen Kernkompetenz der CDU, unterschiedliche Positionen abzuwägen und erfolgreich zu integrieren. Deshalb lief meine Partei auch nie Gefahr, egoistischen Sonderinteressen zu dienen. Stattdessen errichtete sie mit ihrer grundwertebasierten Gemeinwohlvorstellung wichtige innergesellschaftliche Brücken. 

Die politische Klammerfunktion der CDU beziehungsweise der Unionsparteien insgesamt lässt sich anhand der sozialen Marktwirtschaft verdeutlichen. Sowohl der reinen Staatsgläubigkeit als auch der reinen Marktgläubigkeit wurde eine Absage erteilt. Stattdessen wurden wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit untrennbar verknüpft – mit durchschlagendem Erfolg. Dieses Beispiel ist mir persönlich sehr wichtig, weil auch ich gute Wirtschafts- und Sozialpolitik als zwei Seiten derselben Medaille begreife.

Was bringt die Zukunft? Unsere Gesellschaft verändert sich rasant. Soziologische Milieus differenzieren sich aus oder lösen sich ganz auf, alte Bindungen verlieren an Bedeutung, die Interessenlagen werden vielfältiger und unübersichtlicher. Dies wirkt sich auch auf die Volksparteien, auf ihre Mitglieder und ihre Wähler aus. Angesichts einer nicht gekannten Volatilität des Wahlverhaltens sollten wir uns daran erinnern, welche Botschaft Franz Josef Strauß den Unions-Parteien einst in bayerischer Deftigkeit ins Stammbuch schrieb: Man müsse dem Volk aufs Maul schauen, ohne ihm nach dem Munde zu reden. Für eine Volkspartei gilt es also, nah an den Menschen zu sein, sie ernst zu nehmen und die verschiedenen gesellschaftlichen Stimmungslagen zu tragfähigen Kompromissen zu bündeln. Eine derart verstandene Politik des Ausgleichs ist in einer immer heterogeneren Gesellschaft wichtiger als je zuvor. Die Volksparteien werden also gerade in Zeiten des Wandels weiter gebraucht.

Kai Wegner

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