Diskussion über Parteien mit Zukunft

Dr. Wolfgang Schäuble: „Darum bin ich Mitglied in einer Volkspartei“

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Wolfgang Schäuble

Politisches Interesse habe ich, wie man umgangssprachlich formuliert, von zu Hause mitbekommen, genauso wie ich gelernt habe, dass Interesse allein aber nur der halbe Weg ist. Bereits früh habe ich mich in der Jungen Union engagiert. Bis heute ist die CDU meine politische Heimat.
Entgegen der heute weit verbreiteten Skepsis gegenüber allem, was nach Bindung und Verbindlichkeit klingt, werden Volksparteien von Menschen getragen, die ihre Ideale und Ziele, ihre Meinung und ihre Tatkraft längerfristig in den Dienst der Gemeinschaft stellen wollen. Wer glaubt, er könne in eine Partei eintreten, um dort schnell „Karriere“ zu machen oder sich anderweitig persönliche Vorteile zu verschaffen, der unterschätzt die große integrierende und ausgleichende Kraft einer Volkspartei. Volksparteien verstehen sich nicht als Problemlösungsagenturen für Klientelanliegen. Hier ringen nicht einzelne Individuen um Zehntelpunkte auf der Verteilungsskala, stürzen sich nicht „Wutbürger“ auf einzelne Projekte, weil alles längere sie ermüdet. Maß, Beharrlichkeit und Mitte, Ausgleich und Gerechtigkeit, das sind die wesentlichen Kraftfelder einer Volkspartei. Hier heißen Probleme Herausforderungen, weil man beharrlich dranbleiben muss und etwas erreichen will. Wir wollen mehr als nur „dagegen sein“. Wir wollen gestalten. Als Volkspartei erhebt die CDU den Anspruch, wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit auszubalancieren. Wir spielen Freiheit nicht gegen Sicherheit aus, empfinden Verschiedenartigkeit und Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung. Unser Wertefundament ist unser Alleinstellungsmerkmal im politischen Wettbewerb. Im Rückblick konnte nur mit einer so tief christlich verwurzelten, liberalen und konservativen Partei, wie der CDU, die Westintegration und europäische Integration gestartet, die soziale Marktwirtschaft gestaltet und die Einheit Deutschlands vollendet werden. Diese Erfolge haben wir erreicht, als andere Parteien noch vor Veränderung in der jeweiligen Zeit warnten. Aber wir stellen uns auch großen Herausforderung in der Gegenwart und haben zum Beispiel die Themen Integration, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder die Sanierung der Staatsfinanzen mit Nachdruck auf die politische Tagesordnung gesetzt. In einer Volkspartei zu wirken, heißt die Interessen des Einzelnen im Blick zu haben, aber stets für das Ganze zu stehen.

In meiner badischen Heimat, in direkter Nachbarschaft zu Frankreich und zur Schweiz, gibt es eine ausgesprochen starke mentale Verbindung zu dem, was man die „gesunde Volksmeinung“ oder eine „bodenständige Anständigkeit“ nennt. Bodenhaftung ist das Wichtigste, was sich eine Volkspartei bewahren muss. Denn damit sind Volksparteien die tragenden Säulen unserer immer noch jungen Demokratie. Daran mitzuwirken war für mich als junger Mensch wichtig und ich wünsche mir, dass wir als Union weiter viele junge und erfahrene Mitstreiter finden, die diesen Auftrag für die Zukunft annehmen wollen. Insoweit müssen wir als CDU eine einladende Partei bleiben, die sich ihrer Werte bewusst ist und zugleich weiter mutig Bereitschaft zeigt, sich zu verändern. Dann, so bin ich mir sicher, ist die Volkspartei CDU auch ein Erfolgsmodell von morgen.

Dr. Wolfgang Schäuble MdB ist Bundesminister der Finanzen.

18 Kommentare

  1. Vielen Dank zu allererst an Herrn Schäuble für diesen Beitrag!

    Mir fiel hier insbesondere das Spannungsfeld zwischen Maß und Beharrlichkeit auf der einen Seite und Gestaltung und mutiger Bereitschaft zur Veränderung auf der anderen Seite auf: Wie entscheidet man zwischen Verharren und Voranschreiten?

    Einige Beispiele für mutige Veränderungen sind im Artikel genannt. In der derzeitigen Legislaturperiode erschien es aber häufig so, dass die Veränderungen kein mutiges Voranschreiten waren, sondern (nach langem Verharren) ein gehetztes Hinterherlaufen: Atomausstieg, Abschaffung der Wehrpflicht, Abschaffung der Hauptschule – alles gute Entscheidungen, aber alles nur Reaktionen auf einen längst vorhandenen gefühlten gesellschaftlichen Konsens bzw. eine faktische Notwendigkeit.

    Auch mit der Sanierung der Staatsfinanzen folgt man meiner Wahrnehmung nach nur „den Märkten“, statt selbst voranzuschreiten. Voranschreiten hieße hier wohl, all die Maßnahmen, die 2008 und 2009 vorgeschlagen, jedoch (u.a. aufgrund angelsächsischer Widerstände) nie umgesetzt wurden: Besteuerung von Finanzgeschäften, Umbau des Bankensystems (Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken), Stabilisierung der Währungen (womöglich eine Art Bretton-Woods-II), usw.

    Wir bewegen uns wieder im oben genannten Spannungsfeld und tendieren wieder zum langsamen, mutlosen Hinterherlaufen.
    Das ist per se nicht schlecht und kann durchaus die richtige Entscheidung sein – das wird sich wohl erst im Nachhinein herausstellen. Bereits jetzt können wir aber darüber nachdenken: Wodurch entstand in den letzten Jahren dieses zunehmende Zögern? Und was bedeutet das für uns und für unsere Gesellschaft?

  2. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube – und insbesondere der Glaube an die schön formulierten Inhalte oben. Text-Bild-Schere heißt das wohl im Journalismus. Reden und in diesem Falle Schreiben ist das eine, danach auch entsprechend zu handeln, das andere. Das Bild, das derzeit von den Volksparteien welcher Coleur auch immer in der Öffentlichkeit und über die Medien vermittelt wird, ist doch ein wenig entfernt von den eigenen Ansprüchen. Wenn die Rede ist von den „Interessen des Einzelnen im Blick“, kommt man angesichts der allerseits bekannten Skandale und Skandälchen, Beispiel Wulff oder auch der sich gerade am Trockenlegen befindliche Korruptionssumpf in Österreich, schwer darum, nicht zu denken, dass es sich dabei um „anderweitig persönliche Vorteile“ handle. Und dabei standen durchaus auch die ein oder anderen Klientelanliegen im Mittelpunkt. Wo dabei das Ganze bleibt, hat sich mir jedenfalls noch nicht erschlossen.

    Zugegeben: Wer sich den breiten Anspruch mit dem Begriff „Volkspartei“ auf die Fahnen schreibt, wird de facto und rein strukturell in Erklärungsnöte geraten – unabhängig von der aus meiner Sicht doch sehr unscharfen Definition, wer und was sich überhaupt eine Volkspartei nennt, nennen darf, genannt werden will, soll oder kann. Jedenfalls scheint gerade in diesem breiten Anspruch in Kombination mit der, wie es so schön heißt „heutigen Zeit“ die größte Krux für die Volksparteien zu liegen: Was früher hinter verschlossenen Türen geschah, wo individuelle Meinungen ausgetauscht, kanalisiert und für das einheitliche Bild nach außen als Parteilinie gestreamlined wurden, all dies findet heute aufgrund oder dank sozialer Medien in einer deutlich breiteren Öffentlichkeit statt. Das einheitliche Bild, das Profil einer Volkspartei wird damit unweigerlich verwaschen. Umso spannender wird dies, wenn man bedenkt, dass an dieser „internetten“ Herausforderung besonders die Volksparteien zu knabbern haben, also gerade diejenigen, die sich für die breite Publikumsansprache der Vielfalt, Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit verschrieben haben, die nirgends besser abgebildet wird und in dieser gewünschten Masse erreichbar ist als im Netz.

    Volksparteien haben es bislang kaum bis wenig verstanden, mit diesen neuen, transparenteren Gegebenheiten umzugehen und diese für sich sogar positiv zu nutzen. Die mutige Bereitschaft zur Veränderung wie oben gewünscht, ein Umdenken zu größerer Offenheit und zu breiterer Kommunikations- und Diskussionsbereitschaft wäre hier angebracht. Und dies braucht es meines Erachtens auch. Sie müssen vor allem kommunikativ aus den alten Mustern ausbrechen, von strukturellen, die das nach sich zieht noch gar nicht zu sprechen. Denn was hier als große Herausforderung beschrieben ist, ist gleichzeitig auch die große Chance für die Volksparteien. Die Wertebasis schafft den gemeinsamen Bogen, eine stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in den Kommunikations- und Entscheidungsprozess schafft Nähe und hilft Profil auf einer verstärkt persönlicheren Ebene zu bilden – und das kommt sowohl den Volksparteien im Speziellen als auch dem Vertrauen in das politische System im Ganzen zu Gute. Und genau wie Hr. Dr. Schäuble oben, genau „dann, so bin ich mir sicher, ist die Volkspartei (CDU) auch ein Erfolgsmodell von morgen.“

    • Stefan Weden,
      sicherlichist es richtig, die zunehmende Tranparenz durch die Massenmedien beeinflusst auch die politische Kultur. Frau Merkel praktiziert und anerkennt das in besonderer Weise, sie nutzt das Internet, die öffentliche Platform usw.
      Das Wesentliche der Volkspartei CDU ist aber die Grundlage, auf der die Zeitfragen zu bewältigen sind. Bei der SPD, die wahrlich auch eine Volkspartei ist, fehlt diese Grundlage. Marx und Engels usw. sind nicht weitestgehend widerlegt. Sie profitieren als Volkspartei von den Fehlern, die die CDU macht. Das sollte für NRW tröstlich sein.

      Sie zeigen auch das Problem auf, in dem sie mehrfach von Veränderungen, Neuem sprechen. Ist das wirklich das entscheidende Problem unserer Zeit? Ist es nicht viel wichtiger aus unser Kraft heraus, aufzuzeigen, den Anforderungen aus einer veränderten Zeit gewachsen zu sein!

  3. Bravo, Herr Weder! Ich kann jeden einzelnen Satz unterschreiben!

  4. Und darum bin ich in der CDU Mitglied weil ich hofe das eine Christliche Partei ist die für den Menschen da ist mit all den Sorgen und Hofnungen die sie haben.

    • Herr Claus Fischer, meinen sie wirklich das die CDU eine Christliche Partei ist? Das “C” steht tatsächlich bei dieser Partei für Christlich. Aber sind sie der Meinung, dass eine steigende Altersarmut etwas Christliches ist? Die Scheere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Hier sollten endlich Weichen gestellt werden, das da eine Veränderung eintritt. Die ArbeiterInnen sollten mit Ihrer Arbeit wieder eine Familie ernähren können und nicht vom Staat Gelder erhalten um das abzusichern.

      • Was mich zur Zeit mehr irritiert ist die Tatsache, dass die sogenannte Mittelschicht am aussterben ist. Diejenigen, die in den letzten Jahrzehnten dafür gesorgt haben, dass es der Deutschen Wirtschaft gut geht werden mit einem Lohn abgespeist (insbesondere in den neuen Bundesländern), der zwar im Moment ausreichend ist, um ohne finanzielle Hilfe vom Staat aus zukommen, aber wenn man etwas für die Rente extra tun möchte, genau dieser Extrabetrag dazu führt, dass ich eben nicht besser gestellt bin als ein Hartz IV – Empfänger. Wenn ich dann Rente bekomme, habe ich noch immer nicht mehr als diese Bevölkerungsschicht. In der sozialen Marktwirtschaft soll sich Arbeit aber lohnen. Die Motivation diesbezüglich lässt aber schnell nach, wenn ich eben trotz eines 40h-Job letztlich nicht mehr habe als der der nicht arbeiten geht. Wenn zukünftige Tarifabschlüsse nicht mehr als die Inflationsrate ausmachen, dann verliere ich durch meine Arbeit jedes Jahr Geld. Der Hartz IV-Empfänger muss sich darüber keine Sorgen machen, weil der Warenkorb stets neu berechnet werden muss, so dass dieser unter der Inflation nicht leidet. Die Volksparteien sind daher aufgerufen sich endlich wieder verstärkt um die Mittelschicht zu kümmern, sonst verkümmert die und sogenannte Protestparteien, die in der Regel keine breite Qualität besitzen werden verstärkt gewählt.

  5. Die CDU denkt in alten Mustern sie denkt dass unbegrenztes Wirtschaftswachstum möglich ist. Das ist eine sehr naive Vorstellung. Wir kommen jetzt in ein Zeitalter in dem alles knapp wird und wir lernen müßen weniger zu verbrauchen. Das wird eine große Umstellung, wir haben aber gar keine andere Wahl, wir müßen uns anpassen. Die CDU will die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängern, wir haben aber nur noch für 30 Jahre Brennstäbe, also können wir die Laufzeiten selbst wenn wir wollten nicht verlängern. Wir müßen von der Philosophie des unbegrenzten Wachstums weg und uns anpassen oder die Menschheit wird von diesem Planeten verschwinden, dass ist die Realität.

    • Kann es sein, dass Sie die Beschlüsse zu Energiewende einfach nicht wahrgenommen haben oder wahrnehmen wollten? Die Laufzeitverlängerung ist doch vom Tisch, ich wüsste nicht, wer das ernsthaft fordert!

    • Richtig, Herr Recktenwald ! Es ist schon erstaunlich, wie sich die sogenannten Volksparteien mit schöner Kontinuität gegen das Volk wendet und die Interessen einer kleinen Schicht vertritt. Deshalb kann keine der etablierten “Volksparteien” mehr ernst genommen werden. Leider werden diktatorische Bestrebungen im Volk nicht wahrgenommen, weil die Medien hinter der Regierung stehen. Der Fiskalpakt zeigt es. Die Parlamente werden nichts mehr zusagen haben. Die Regierung allein hat das Sagen. Wo soll das hingehen ???

  6. @Mühl Was heißt hier “leider werden diktatorische Bestrebungen im Volk nicht wahrgenommen”?! Ich glaube kaum, dass es Zweifel darüber gibt, dass die Demokratie die beste Staatsform ist, gerade auf deutschem Boden… , in der Menschen selbstbestimmt und frei leben können. Ich halte Ihren Kommentar daher in der Sache für falsch und außerdem inhaltlich in diesem Blog deplatziert.

  7. Die grundsätzliche Idee einer Partei fürs Volk halte ich für richtig und wichtig, denn sie vertritt Werte und Ideale, die für eine demokratische Gesellschaft sehr wichtig sind! Dennoch befinden sich die großen Parteien Deutschlands derzeit in einer schwierigen Phase und durch Krisen, Skandale, Politikverdrossenheit und dadurch bedingte Protestwahlender Bürgerinnen und Bürger wird es ihnen nicht eben leichter gemacht.

    Wie in vorherigen Kommentaren bereits erwähnt sehe auch ich die Notwendigkeit durch Transparenz, Offenheit und dem loslösen eingefahrener Strukturen wieder an diejenigen Bürgerinnen und Bürger zu kommen, die sich (eigentlich) in einer Volkspartei wiederfinden können und es wahrscheinlich eigentlich auch wollen. Es müssen junge, frische und ehrliche Köpfe her, die den Menschen das Vertrauen in die Parteien und die Politik wiederbringen. Das geht sicherlich nicht von heute auf morgen, doch es muss mit der Zeit gegangen werden bevor es zu spät ist – ohne natürlich dabei an den Grundpfeilern zu sägen!

  8. Herr Meier, da haben Sie mich gründlich mißverstanden. Ich meine, dass die jetzige Regierung diktatorisch über den Kopf des Volkes, und mit dem Fiskalpakt auch über den Kopf des Parlamentes hinweg regieren will. Dies gilt es zu verhindern. Ich bin nicht der Meinung dass eine Regierung das Parlament für Fragen die den Finanzhaushalt betreffen und von weitreichender Bedeutung sind, nicht mehr fragen muß. Das ist für mich die Ausschaltung demokratischer Willensbekundungen. Die CDU/FDP-Regierung zeigt aber auch an anderer Stelle, dass ihr das Volk ziemlich egal ist.Von den Armen wird genommen, sie werden unter Kuratel gestellt und die Reichen kommen vor Lachen nicht in den Schlaf. Das sind Tatsachen und keine “Neiddiskussionen”. Noch gelingt es, über die gleichgeschalteten Medien, die Regierungspolitik in den schönsten Tönen zu malen. Die Bevölkerung wird nicht wachgerüttelt, sie nimmt diktatorische Bestrebungen der Regierungsparteien deshalb auch nicht wahr. Das meine ich und mit mir viele andere.

  9. Die CDU ist und bleibt eine “Volkspartei”- auch wenn ich mich z. Zt. frage. ob dies ALLE begriffen haben!? Wenn ich mir das Desaster der NRW- Wahl ansehe, muss ich das leider bezweifeln. Wie kann man einen Minister als Spitzenkandidaten aufstellen, der sich nicht voll und ganz mit der Region identifiziert, der keine klaren Aussagen für seine Zukunft in diesem Bundesland trifft, der seine Wähler nicht mobilisieren kann und keinen Zuspruch und keine Sympathie bei seiner Wählerschaft hat? Und was für Berater hat die Partei, die solch vorprogrammierten Misserfolgen nicht rechtzeitig Einhalt gebieten? Ist man in der CDU- Führung wirklich der Meinung, ein Minister kann ebenso “nebenbei” eine Landtagswahl gewinnen? Dort gehört ein Kandidat hin. der sich voll mit seinem Bundesland identifiziert, mit Herz und Seele hinter seiner Sache steht und der von seinen Wählern respektiert, geliebt und geachtet wird, der bekannt und beliebt über Parteigrenzen hinaus ist und für die Zukunft Erfolg, Wachstum garantieren und Perspektiven aufzeigen kann!

    • Das Aufzeigen der Fehler der CDU, die sich aus einer erschreckenden Überheblichkeit ergeben haben ist sicherlich richtig, nur hilft es wenig, sich jetzt daran fest zu halten. Die SPD wird an ihrem Erfolg scheitern! Die Erwartungen werden nicht erfüllt und substantielle Grundwerte sind nicht vorhanden. Wir sollten den Wahlerfolg nicht zu pessemistisch sehen. Viel schlimmer ist der Erfolg der FDP, das wirkliche Problem für jede Regierung, weil diese Partei ausser eigener Interessen, keine Interessen kennt.

  10. Wie kann man das Thema Volkspartei am Beispiel der CDU besser formulieren! Ich stimme Ihnen absolut zu, es sind die Werte, die Grundlage, die das aktuelle Handeln in den Zeitfragen bestimmt, die den Wert einer Volkspartei und hier besonders der CDU auszeichnen.

    Unsere Gesellschaft krankt doch daran, es musss alles sofort und umfassend geschenen! Wenn kein Geld da ist, muss es “geschaffen” werden. Wenn wir Arbeitskräfte brauchen, muß die Familie dafür sorgen, Kinder versorgen, ran an die Arbeit. Wenn das nicht reicht Integration mit dem Spagat, Achtung der einzelnenPersönlichkeit und Wahrung der intendität der Gesellchaft usw. Die Lösung können doch keine Schnellschüsse sein, sondern ein sinnvolles erarbeiten in einer Volkspartei auf der Grundlage fester gesellschaftlicher Werte!

  11. Was in unserer Gesellschaft fehlt, ist eine echte Arbeiterpartei! Die Arbeiter sind in unserer Gesellschaft immer noch die Mehrheit – und so wird es künftig auch bleiben. Aber gerade diese, die Gesellschaft letztlich lebendig haltende Bevölkerung ist am wenigsten im Fokus der Aktivitäten der Regierung, der angeblichen Volksparteien, der Interessenvertretung. Und ausgerechnet diese Bevölkerung in unserem Land hat die geringste Wertschätzung. Dieser Ist-Zustand zeigt aber auch das Schizophrene und Paradoxe dieser Gesellschaft … und den Irrtum, dem wir unterliegen.

    Klaus R.

  12. Besonders wenig wird dazu geschrieben, warum man in dieser oder jener Partei ist. Warum bin ich in der CDU? Diese Frage treibt viele um, die sich ursprünglich aus der Nähe zur Religion zum Beitritt haben führen lassen. Aber diese Motivation, auch die der mundgerechten politischen Ideologie bei der SPD, hat gelitten. Gelitten auch deshalb, weil es Vielen ohne den intensiven täglichen politischen Konsum schwer fallen könnte, zwischen der CDU und der SPD noch gravierende Unterschied festzustellen. Deshalb dieser Versuch der substantiellen Unterscheidung.

    Eine konservative Ideologie gibt es nicht. Andere Illusionen und Ideologien aber sehr wohl. Ideologien haben das Ziel des absolut Neuen, des politischen Wagemutes mit dem Risiko des Scheiterns. Und diesem Risiko erlagen dann ja auch alle politischen Ideologien, die eher Illusionen waren. Dagen bewahrt konservativ zu sein eine Geisteshaltung, die aus Erfahrung mit Step-bei-Step regiert, die aber nur selten begeistern und keine Massen auf den Strassen dirigieren kann. Konservativ baute in der Nachkriegszeit verlässlich auf. Ideologien neigen dazu, diese Pfunde waghalsig aufs Spiel zu setzen. Ideologien sind immer gefährlich. Sie tragen die Last der Indoktrination und der Uneinsichtigkeit. Und da ist es egal, ob es religiöse oder politische Sekten sind. Was extreme Linke und teilweise auch Grüne mit ihren Ideologien anzurichten in der Lage sind, haben sie zur Genüge bewiesen. Liest man die Jahresberichte des Potsdam Institut der Klima-Folgenforschung (das ist die grüne Fundamentale) ist es langfristig vorbei mit der persönlichen Freiheit. Wegen ihrer eingefleischten Neigung zur Bevormundung wurden sie ja auch jüngst abgestraft.

    Konservative Ideologen sind mir nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass der, der für Ordnung, Pflichten, Leistung und Pragmatismus (typische konservative Eigenschaften) eintritt, sofort in die braune ideologische Ecke gestellt wird. Zugegeben, Konservativen gelingt nur selten der große Gesetzes-Wurf oder die Zerschlagung gewachsener Strukturen. Aber welche Gefahren die Zerschlagung birgt, ist ja bekannt. Wenn man die 68Revolution mit einer verläßlichen Roadmap und ohne Illusionen etwas konservativer und mit einer realistischen Folgenabwägung durchgeführt hätte (dagegen waren aber die damaligen und inzwischen weitgehend bekehrten Illusions-Ideologen), wäre es nicht zu den Irrungen und Wirrungen gekommen. Es wäre besser, dass „Dem Deutschen Volke“ und nicht einer Partei und deren Auswahl-Klientel und den Lobbyisten gedient würde. Die Verschärfung der EU-Rauchergesetze mit der Argumentation zu verhindern, dass man dem Bürger die Freiheit (demnach auch zur Selbstverstümmelung!) lassen solle, ist die typische Form einer Ideologie, die sich für die eigene Partei und deren krude freiheitlichen Ideale einsetzt, aber nicht der Gesundheit des Deutschen Volkes dient. Eine Infantilisierung der Gesellschaft, indem man zu Erwachsenen wie zu Kindern spricht (abholen, mitnehmen, bei Unfällen und Unglücken sind Seelsorger und Psychologen vor dem Krankenwagen da), mündet letztlich in eine Bevormundung (Veggiday), die eher einer ideologischen Indoktrination denn der Unterstützung der persönlichen Freiheit dient. Alle Bürger auch dort als unmündig zu behandeln, wo Leistung, Pflichten und Selbstverantwortung bessere Tugenden sind, schadet letztlich dem Staat.

    Da sind mir in der CDU die vernünftigen Konservativen mit ihrem Verständnis von Leistung und Eigenverantwortung doch lieber und für die Zukunft sicherer. Ideologen, die in ihrer Schmalspurigkeit für die Gesellschaft keinen anderen gangbaren Weg als den eigenen erkennen können, wollen letztlich doch nur den Bürger in die erträumte ideologische Abhängigkeit verführen.

    Davor bewahre uns die CDU.

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