Kategorienarchiv: Deutschland

Wahrnehmung von Politik

Für die Zukunft der Volksparteien ist nicht nur die eigene „Performance“ wichtig. Sie sind als große Parteien, die viele gesellschaftliche Strömungen im Idealfall in sich vereinen auch davon abhängig, wie Politik insgesamt wahrgenommen und beurteilt wird. Aus den Ergebnissen mehrerer qualitativer Befragungen in den letzten Jahren haben wir in der Konrad-Adenauer-Stiftung den Eindruck gewonnen, dass die Wählerinnen und Wähler Politik meist nur selektiv wahrnehmen. Es wird zwar über die „große“ Politik gesprochen, man nimmt auch die wichtigsten Themen wahr und macht sich darüber Gedanken, doch richtig wird Politik erst wahrgenommen, wenn man selbst, oder das unmittelbare Umfeld von Maßnahmen der Politik betroffen ist. Nun ist diese Erkenntnis nicht neu, relativiert jedoch auch umgekehrt die Relevanz mancher medialer Diskussion über politische Themen. Die breite Bevölkerung nimmt die diskutierten Inhalte häufig nur wahr, wenn sie einen konkreten Bezug zur eigenen Lebensrealität aufweisen. Ansonsten handelt es sich vorwiegend um Diskussionen zwischen Medien- und Politikvertretern. Weiterlesen

Junge Milde statt junge Wilde!

 Die Jugend ist unsere Zukunft. Gesellschaftliche Entwicklungen wie der demographische Wandel, zunehmende Individualisierung und ein Wandel in den Werteinstellungen wirken sich auf die Einstellungen und das Verhalten der Jugendlichen aus. Daher hat die Konrad-Adenauer-Stiftung pünktlich zum Tag der KAS am 12. Juni 2013, der unter dem Motto „Jugend bewegt – Mit Perspektive in die Zukunft“ stattfindet, eine repräsentative Umfrage unter 2.074[1] Befragten, darunter 766 Jugendliche und junge Erwachsene, zu den politischen Einstellungen und Wahrnehmungsmustern von Politik in Deutschland veröffentlicht. Das Ergebnis der Studie: Jugendliche unterscheiden sich weniger von der Gesamtbevölkerung, als man häufig meint. Die politischen Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen weichen nur geringfügig von der Gesamtheit ab.  Weiterlesen

“Nah bei de Leut” – Politiker im Häuserkampf

Bei der Mobilisierung wird das Internet überschätzt. Quer durch die Parteien setzt man wieder auf den guten alten Hausbesuch des Abgeordneten. Hier entsteht das wichtigste Kapital: Vertrauen.

Dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, gilt nicht erst seit der sozialdemokratischen “Neuen Mitte” von 1998 als ehernes Wahlkampfgesetz. Doch trotz sich auflösender Milieus wird das Wahlverhalten nach wie vor am stärksten von der Parteineigung bestimmt. Das gilt seit Jahrzehnten unverändert. Entscheidend bleibt demnach, die eigene Klientel zu mobilisieren. Dabei ist mit Blick auf die laufende SPD-Kampagne durchaus zweifelhaft, ob Mobilisierung am besten durch “Klartext” – rhetorisch wie programmatisch – gelingt.

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Steuererhöhungen sind gut, wenn die Anderen sie zahlen

Die Grünen, wie auch die SPD und die Linke[1] kündigen in ihren Wahlprogrammen für den Fall einer Regierungsübernahme zum Teil recht umfangreiche Steuererhöhungen an. In der Höhe und dem Umfang zeigen sich durchaus Unterschiede. Erwartungsgemäß fallen die Abgaben an den Staat bei der Linken am größten aus und bei der SPD am niedrigsten. Dazwischen befinden sich die Forderungen der Grünen. Einig sind sich alle, dass der Spitzensteuersatz angehoben und eine Vermögenssteuer eingeführt und die Erbschaftssteuer erhöht werden soll. Grüne und Linke votieren zusätzlich noch für Vermögensabgaben. Im Großen und Ganzen verfolgen die Parteien ähnliche Ziele mit der Umverteilung: eine bessere finanzielle Ausstattung für Menschen mit wenig Einkommen/Rente und unterschiedliche staatliche Investitionen u.a. im Bildungsbereich.

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„Wir stellen das mal infrage“

Interview mit Christopher Lauer anlässlich des Bundesparteitags der Piraten

W.O.A. ist die Abkürzung für Wacken Open Air, ein sogenanntes Heavy Metal Festival, das größte seiner Art in Deutschland, das einmal im Jahr zehntausende überwiegend junge Musikfreunde in den kleinen Ort Wacken in Schleswig-Holstein lockt.

Neumarkt in der Oberpfalz liegt – wie der Name schon sagt – im nördlichen Teil Bayerns. Überwiegend junge Leute in dunkler Kleidung mit viel Orange sind an diesem Wochenende in den kleinen Ort gekommen, um am BPT 13.1 teilzunehmen, dem ersten Bundesparteitages der Piratenpartei in diesem Jahr.

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Parteien: Organisatoren der Politik

Parteien sind notwendig im Gefüge der Republik. Doch das Tempo der Welt geht an ihre Substanz.

Wer über Parteien redet, tut es gern mit leichtem Schaum vorm Mund. Schon die Berufsbezeichnung “Politiker” bekommt ja im Volksmund schnell einen verächtlichen Beiklang. “Berufspolitiker” ist nie nett gemeint, “Parteipolitiker” endgültig ein Schimpfwort. Es steht für einen, der sich angeblich nicht von Sachargumenten oder dem Gemeinwohl leiten lässt, sondern partikulare Interessen seines jeweiligen Vereins verfolgt, die entweder ideologisch verbohrt oder bloß auf Machtgewinn und -erhalt ausgerichtet, in jedem Fall aber verdächtig erscheinen.

„Ja, wir können Großstadt“ – Die CDU in der Großstadt

In den letzten zehn Jahren flackert in regelmäßigen Abständen die Diskussion über die Ausrichtung der Politik der CDU in den Großstädten auf. Und es zeigt sich, dort wo es Probleme gibt, da sind auch Potentiale und Perspektiven nicht weit entfernt. Viele Beispiele in der Vergangenheit haben gezeigt: die CDU kann, trotz einer schwierigen konjunkturellen „Wahl- und Wahrnehmungslage“, durchaus optimistisch sein. Die CDU kann auch Großstadt. Die Union hat es in der Vergangenheit in größeren Städten nicht nur geschafft, Regierungsmehrheiten zu stellen, sondern auch Modelle erfolgreichen Regierens implementiert. In den traditionellen Kompetenzfeldern Wirtschaft, Finanzen und Sicherheit profilierten starke Köpfe traditionelle Bilder der CDU. Bekannte – auch nicht parteigebundene – Persönlichkeiten aus Stadt und Gesellschaft haben Bereiche der Wissenschaft und Kultur mit urbaner Verankerung überzeugend dargestellt.

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Breiter gesellschaftlicher Wertekonsens

So banal es klingen mag, es ist doch nicht zu bestreiten: Volksparteien verdienen ihren Namen nur dann, wenn sie wissen, wie die Mehrheit der Menschen „tickt“.

Wir haben deshalb jüngst in einer Umfrage die Menschen gefragt, was sie mit bestimmten Begriffen verbinden. Sie konnten angeben, ob sie damit eher etwas Gutes oder eher etwas Schlechtes verbinden, oder ob sie mit dem Begriff nichts anfangen können. Wir wollten damit herausfinden, wie politische Begriffe wahrgenommen werden und ob sie in der Bevölkerung überhaupt verstanden werden. Für die Effizienz politischer Kommunikation ist die Beurteilung politischer Sprache von essentieller Bedeutung. Weiterlesen

“Die kennen unsere Probleme nicht”

“Die kennen unsere Probleme nicht.” Das war die häufigste Antwort auf die Frage nach der Bürgernähe von Politikern. Wie kann dem entgegengewirkt werden? Wir hörten uns in Berlin nach Lösungsvorschlägen um.

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Was ist Deine Meinung? Hat sich die Politik zu weit von den Menschen entfernt? Schreib uns Deinen Kommentar.

 

Schlömer: “Was ist der Preis der CDU, damit ich übertrete?”

Anlässlich des XI. Bundesparteitags der Piratenpartei Deutschlands in Bochum stellte sich ihr Vorsitzender Bernd Schlömer im Interview unseren Fragen. (Das Interview wurde transkribiert und minimal sprachlich geglättet.)

KAS: Einen langen Tag haben Sie heute, glaube ich. Viele Gespräche.
 
Schlömer: Ja, es ist stressig, wenn man hin und herlaufen muss, dann gibt es Liveschaltungen, und dann dauert das, verzögert sich, dann muss man zwischendurch wieder anders bedienen. Und dann sind wieder andere Journalisiten böse und traurig. Traurig und böse ist keiner, aber das ist halt …. Ich kann keine Debatte verfolgen. Ich kenne kein Ergebnis. Ich bin da total doof. Aber na gut.
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