Junge Milde statt junge Wilde!

 Die Jugend ist unsere Zukunft. Gesellschaftliche Entwicklungen wie der demographische Wandel, zunehmende Individualisierung und ein Wandel in den Werteinstellungen wirken sich auf die Einstellungen und das Verhalten der Jugendlichen aus. Daher hat die Konrad-Adenauer-Stiftung pünktlich zum Tag der KAS am 12. Juni 2013, der unter dem Motto „Jugend bewegt – Mit Perspektive in die Zukunft“ stattfindet, eine repräsentative Umfrage unter 2.074[1] Befragten, darunter 766 Jugendliche und junge Erwachsene, zu den politischen Einstellungen und Wahrnehmungsmustern von Politik in Deutschland veröffentlicht. Das Ergebnis der Studie: Jugendliche unterscheiden sich weniger von der Gesamtbevölkerung, als man häufig meint. Die politischen Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen weichen nur geringfügig von der Gesamtheit ab.  Weiterlesen

“Nah bei de Leut” – Politiker im Häuserkampf

Bei der Mobilisierung wird das Internet überschätzt. Quer durch die Parteien setzt man wieder auf den guten alten Hausbesuch des Abgeordneten. Hier entsteht das wichtigste Kapital: Vertrauen.

Dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden, gilt nicht erst seit der sozialdemokratischen “Neuen Mitte” von 1998 als ehernes Wahlkampfgesetz. Doch trotz sich auflösender Milieus wird das Wahlverhalten nach wie vor am stärksten von der Parteineigung bestimmt. Das gilt seit Jahrzehnten unverändert. Entscheidend bleibt demnach, die eigene Klientel zu mobilisieren. Dabei ist mit Blick auf die laufende SPD-Kampagne durchaus zweifelhaft, ob Mobilisierung am besten durch “Klartext” – rhetorisch wie programmatisch – gelingt.

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Web 2.0-Wahlkampf wie in den USA hilft deutschen Volksparteien nur bedingt weiter

Die Interpretation des Wahlsiegs von US-Präsident Barack Obama im November 2012 lief schnell auf einen entscheidenden Faktor hinaus: die Jugend. Obama sei es besser als seinem republikanischen Herausforderer gelungen, junge Menschen für die Stimmabgabe zu mobilisieren. Erreicht worden sei dies durch innovative Kampagnenführung, basierend auf sozialen Medien und „Big Data“, also dem Sammeln von Daten über die Wählerschaft und die Formulierung passgenauer Botschaften für unterschiedliche Wählergruppen. Schon unter dem Eindruck des ersten Präsidentschaftswahlkampfs Obamas zeigten sich deutsche Medien überzeugt von dem Potential, das eine konsequente Nutzung des Internets für Wahlkämpfe auch in Deutschland biete. „Von Obama lernen heißt, siegen lernen“ – wer so argumentiert, mag verwundert sein, dass die hinlänglich dokumentierten Kampagnenformen des US-Wahlkampfs in Deutschland auch im beginnenden Bundestagswahlkampf 2013 eine untergeordnete Rolle einnehmen.
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Steuererhöhungen sind gut, wenn die Anderen sie zahlen

Die Grünen, wie auch die SPD und die Linke[1] kündigen in ihren Wahlprogrammen für den Fall einer Regierungsübernahme zum Teil recht umfangreiche Steuererhöhungen an. In der Höhe und dem Umfang zeigen sich durchaus Unterschiede. Erwartungsgemäß fallen die Abgaben an den Staat bei der Linken am größten aus und bei der SPD am niedrigsten. Dazwischen befinden sich die Forderungen der Grünen. Einig sind sich alle, dass der Spitzensteuersatz angehoben und eine Vermögenssteuer eingeführt und die Erbschaftssteuer erhöht werden soll. Grüne und Linke votieren zusätzlich noch für Vermögensabgaben. Im Großen und Ganzen verfolgen die Parteien ähnliche Ziele mit der Umverteilung: eine bessere finanzielle Ausstattung für Menschen mit wenig Einkommen/Rente und unterschiedliche staatliche Investitionen u.a. im Bildungsbereich.

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“Ein Freund der Volksparteien” – Zum Tod von Gerd Langguth

Möglicherweise gehört das „Genre“ der „Nachrufe“ nicht zum üblichen Repertoire eines Blogs. In diesem Fall aber rechtfertigt die Person, um die wir trauern, die Ausnahme in besonderem Maße – erst Recht in einem Blog, der sich mit der Zukunft der Volksparteien befasst. Wir trauern – auch als Blogredaktion – um Gerd Langguth, um einen geistreichen, einen klugen und ebenso scharfsichtigen wie scharfzüngigen politischen Analytiker, um einen herausragenden Politikwissenschaftler.

Gerd Langguth war ein Freund der CDU, ein Freund der Arbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung und nicht zuletzt auch ein Freund der Volksparteien, allerdings ein kritischer, ein, wie Warnfried Dettling es formuliert hat, „rücksichtslos offener“ Freund. Ein Freund, von der Sorte, die man als Begleiter, als Wegweiser, aber auch als Querdenker viel dringender braucht, als nur den schmeichelnden Mitläufer.

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„Wir stellen das mal infrage“

Interview mit Christopher Lauer anlässlich des Bundesparteitags der Piraten

W.O.A. ist die Abkürzung für Wacken Open Air, ein sogenanntes Heavy Metal Festival, das größte seiner Art in Deutschland, das einmal im Jahr zehntausende überwiegend junge Musikfreunde in den kleinen Ort Wacken in Schleswig-Holstein lockt.

Neumarkt in der Oberpfalz liegt – wie der Name schon sagt – im nördlichen Teil Bayerns. Überwiegend junge Leute in dunkler Kleidung mit viel Orange sind an diesem Wochenende in den kleinen Ort gekommen, um am BPT 13.1 teilzunehmen, dem ersten Bundesparteitages der Piratenpartei in diesem Jahr.

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Parteien: Organisatoren der Politik

Parteien sind notwendig im Gefüge der Republik. Doch das Tempo der Welt geht an ihre Substanz.

Wer über Parteien redet, tut es gern mit leichtem Schaum vorm Mund. Schon die Berufsbezeichnung “Politiker” bekommt ja im Volksmund schnell einen verächtlichen Beiklang. “Berufspolitiker” ist nie nett gemeint, “Parteipolitiker” endgültig ein Schimpfwort. Es steht für einen, der sich angeblich nicht von Sachargumenten oder dem Gemeinwohl leiten lässt, sondern partikulare Interessen seines jeweiligen Vereins verfolgt, die entweder ideologisch verbohrt oder bloß auf Machtgewinn und -erhalt ausgerichtet, in jedem Fall aber verdächtig erscheinen.

Die Macht der Zahlen: Wählerpotenziale sorgen für Schlagzeilen

Wie man mit Zahlen Schlagzeilen produzieren kann, dürfte mittlerweile bekannt sein. Gerade jüngst geisterte wieder eines der Beispiele durch die Medienlandschaft. Laut Welt (8. April 2013) können sich 24 Prozent der Wahlberechtigten „prinzipiell“ vorstellen, bei der Bundestagswahl die AfD (Alternative für Deutschland) zu wählen, so die Tabellenüberschrift. 7 Prozent waren der Ansicht, sie könnten sich sicher vorstellen, die Partei zu wählen, weitere 17 Prozent antworteten mit einem entschiedenen „ja, vielleicht“ (also 24 Prozent insgesamt).

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Die kleinen Leute

Schon mehrfach haben wir in diesem Blog über die Selbstwahrnehmung der Menschen als „Kleine Leute“ berichtet. Wenn es stimmt, dass diese Gruppe einen großen Teil, ja den allergrößten Teil der Wahlberechtigten stellt, dann ist sie von allergrößter Bedeutung für die Volksparteien und erfordert ein genaueres Hinsehen.  Weiterlesen

Keine Chance!

Jauch-Plasberg-Maischberger-Will-Beckmann. Talkshows und politische Gesprächssendungen nahezu an jedem Abend in der Woche. Weil Öffentlichkeit, Medien und Rundfunkräte über das Gerede reden und debattieren, erreichen die Formate eine neue Dimension. Es ist eine Art Meta-Ebene des Polit-Talks entstanden. Besser macht das die Situation aber nicht. Die Diskussion verläuft im Kreis.

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